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04.06.10 09:50 Alter: 93 Tage

Inkognito

Rubrik: Interviews

 

Du sagst selbst, „The Kids want Techno“. Warum ist das so bzw. heißt es nicht „The Kids want Minimal“?

 

Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass die jüngere Generation elektronischer Musikliebhaber dazu neigt auf die härtere Minimal- bzw. Technomusik zu feiern gerade bei Partys in Stroga haben wir diese Erfahrung gemacht. Der Hype um den ziemlich monotonen Minimal ist am abklingen ... die „Kids“ wollen wieder treibendere Sachen hören. Ich freue mich sehr über diese Entwicklung.

 

Heißt das, dass sich die Musik wieder zurück entwickelt?

 

Nein, die Musik wird sich meiner Meinung nach nicht zurück entwickeln. Die elektronische Musik befindet sich in einem ständigem Auf- und Ab, und ich habe das Gefühl das sich die Leute im Moment wieder zu den treiberenden Sachen hingezogen fühlen. Meiner Meinung nach also keinesfalls eine Zurückentwicklung.

 

Wem favorisierst du aktuell als Künstler in der Szene? Gibt es da jemanden?

 

Nun ja einen direkten Favoriten gibt es nicht, es gibt natürlich eine Vielzahl interessante Acts deren Musik ich mir gerne anhöre. Zum Beispiel Microtrauma wäre da so ein Act den ich zurzeit bevorzuge, aber auch gestandene Acts wie Recall und Reche finde ich immer wieder erfrischend ich hoffe die beiden bleiben dem Techno noch lange treu ;)

 

Was kennzeichnet die Acts speziell?

 

Mictrotrauma produzieren momentan sehr melodischen Sound, die letzten Veröffentlichungen auf Mictrotonal und Elected Tunes  haben mir sehr zugesprochen. Bei Reche und Recall ist es ähnlich, die zwei Jungs sind ja nun kein ungeschriebenes Blatt mehr und ein guter Garant für gängigen Techno.

 

Wie siehst du im Moment die elektronische Musikszene in Deutschland?

 

Die elektronische Musikszene in Deutschland befindet sich in einem stetigen Wandel... man hat heutzutage vielmehr Möglichkeiten elektronische Musik zu konsumieren ob nun über das Internet,, Mp3 oder bei einer Veranstaltung. Das führt dann dazu, dass sich die Musikszene enorm vergrößert hat gerade was die Genres anbelangt. Man hat viele Chancen die man nun nutzen kann, Filme wie Berlin Calling sorgen dann dafür, dass man wieder auf die Szene schaut. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings das dann auf fast jeder Kirmes zwischen Schwarze Rose und Alt wie ein Baum - „ Gebrünn Gebrünn“ läuft ich weiß nicht ob das so gut ist...

Genau so etwas macht doch aber die Szene kaputt, an diesem Punkt wird doch alles kommerziell oder?

 

Soweit würde ich jetzt nicht gehen, es sorgt nur für einen gewissen kommerziellen Vertrieb von elektronischer Musik. Ich würde jetzt nicht soweit gehen einzelnen Acts die Schuld für die Kommerzialisierung von Techno / Electro / Minimal zu geben. So etwas gab es schon früher und wird es immer wieder geben. Man sollte das Ganze auch nicht überbewerten!

 

Du bist ein Teil der Wikkedsoundz-Crew, richtig?

 

Ja genau Astat und ich haben Wikkedsoundz vor 5 Jahren gegründet um Freude elektronischer Musik in Nordsachsen-Südbrandenburg neue Möglichkeiten zu bieten.

 

Dient die Crew als Techno-Plattform?

 

Die Crew dient mehr als Musik-Plattform wir haben schon immer sehr viel Wert darauf gelegt verschiedene Genres zu vertreten gerade im Drum n Bass-Sektor konnten wir da schon viel erreichen. Zurzeit sind 8 Acts unter Wikkedsoundz tätig, das Musikspektrum geht von Ambient über Breaks - Drum n Bass bis hin zu Minimal / Elektro / Techno .

 

Kann man sagen dass durch eine größere Vielfalt ein breites Publikum angesprochen wird?

 

Definitiv!

 

Ihr steht in direkter Verbindung mit Reglerwerk, wie ist dies zustande gekommen?

 

Reglerwerk wurde ebenfalls vor 5 Jahren durch Alexander Stoyan und Mario Douadi gegründet. Schon nach knapp einem Jahr wurde miteinander organisiert und gefeiert. 2008 erfolge dann der komplette Zusammenschluss mit Wikkedsoundz. Man kann hier von einer perfekten Partizipation sprechen.

 

Wie ist es zum Zusammenschluss gekommen?

 

Da wir regional ziemlich eng beieinander lagen war es der logischste Entschluss. Und da Philosophien und Artwork gut zusammen passten, haben wir uns auch gleich gefunden. Nach dem Motto: Gemeinsam größeres Schaffen. Was auch das Prinzip des Festivals ist.

Du organisierst zusammen mit Astat die Partys in der Alten Schälerei in Stroga. Wie seid ihr dazu gekommen?

 

Die Schälerei ist ein Gebäude das an unserem Jugendclub angrenzt irgendwann haben wir beschlossen diese schöne alte Industrie-Location aus Ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.

 

Kann man sagen dass generell Industrielocations für Techno-Veranstaltungen geeignet sind?

 

Ja, genau. Alte Industriehallen, wie die Schälerei in Stroga, bieten dem Techno ein passendes Ambiente, da Techno teilweise ein sehr raues und beißendes Klangbild erzeugt. Und man sollte nicht den Underground Touch vergessen.

 

Ein sehr ungewöhnliches Profil-Bild befindet sich auf deiner MySpace Seite. Erzähl mal was das für eins ist und warum du gerade diese gewählt hast?

 

Für den individuellen Charakter unserer Partys in Stroga war ein Maskottchen längst überfällig. Die verstörte aber liebenswerte Kuh, für welche in unseren Festivalblog unter blog.stroga-festival.de momentan ein Namensvoting läuft, soll ein Symbol für die dörfliche Atmosphäre darstellen. Diese ziert nun auch meinen Studi und Facebookaccount.

 

Am 09.07. und 10.07.2010 findet eurer Stroga Festival statt. Was unterscheidet euch von anderen Veranstaltungen in dieser Größenordnung?

 

Wir versuchen der Veranstaltung ein besonderes Flair zu geben, indem wir uns verschiedenste Musikacts buchen und viel Wert auf besondere Deko legen. Wir befinden uns seit Wochen in einer größeren Umbauphase an, um und in der Schälerei, um den Leute etwas besonderes zu bieten außerdem sind unsere Partys immer sehr Familiär und locker was der Stimmung immer noch gut tut.

 

Meiner Meinung nach sind die kleinen Parties immer die mit der besten Stimmung. Ich denke ihr seht das auch so, richtig?

Ja genau so sehen wir das auch. Wir wollen auch das Flair als kleines und beschauliches Festival unbedingt behalten. Außerdem wollen wir auch nicht die 147 Einwohner von Stroga verärgern.

 

Wie seid ihr gerade auf Nude gekommen als Headliner für euer Festival? Wegen der Breakbeat-Einflüsse?

 

Ja es war schon lange ein Wunsch von uns mal eine „ Richtige“ Live-Band auf dem Festival zu haben und da uns Nude vom Sound sehr zusagen haben wir beschlossen diese Band zu fragen ob Sie nicht Lust haben in Stroga zu spielen. Kaum eine andere vergleichbare Band schafft es so gekonnt Drum n Bass mit Breakbeat und Elektro zu verschmelzen. Wir denken das Nude Soundtechnisch perfekt nach Stroga passen.

Es ist doch aber immer ein großer technischer Aufwand eine Band spielen zu lassen oder?

 

Technisch gesehen ist es definitiv eine kleine Herausforderung. In diesem Bereich haben wir uns aber auch um professionelle Unterstützung gekümmert, um dem Publikum das bestmögliche Soundspektrum zu bieten.

 

Neben euren ganzen Headliner bietet ihr auch ne ganz Menge an Localheroes zu eurem Festival. Wie seid ihr auf die Idee gekommen so unterschiedliche Acts zu buchen?

 

Es sollte sich immer die Waage halten zwischen Großen und Localen Acts, Wir möchten dadurch auch den lokalen Acts die Möglichkeit geben vor einem großen Publikum zu spielen. Es gibt hier in der Region wirklich viele gute Localheroes die es einfach verdient haben gefördert zu werden.

 

Meiner Meinung sind die kleineren Acts eh immer die mit den größeren Künsten. Wie siehst du das Ganze?

 

Kleinere Acts nutzen jeden Gig um ihr Potenzial optimal auszuschöpfen. Sie sehen in dem Gig eine Chance um sich zu präsentieren. Das heißt aber nicht dass größere weniger Können haben, sonst wären sie ja nicht da, wo sie jetzt sind. Eventuell wird aus dem einen oder anderen Localhero in Zukunft ein ganz Großer.

 

Wer ist für eure Online-Plattformen zuständig? Habt ihr da einen extra Webmaster?

 

Wir haben das Glück, das Mario Douadi mit seiner Werbeagentur MD-Netdesign uns im WWW sehr hilfreich zur Seite steht und alle Onlinekampagnen leitet. Zurzeit umfasst dies die MySpace Profile, unsere Internetpräsenzen, die Festivalwebsite, den Festivalblog, das Online-VVK-System und unseren Facebook-Account.

 

Dann seid ihr ja rundum versorgt was das World Wide Web betrifft!

 

Ja sind wir, wenn man bedenkt, wie wichtig diese Kommunikationsform inzwischen geworden ist.

 

Mir ist aufgefallen so ihr sehr viel Wert auf Facebook und co. legt. Warum?

 

Facebook hat sich in den letzten Jahren als mächtige Kommunikationsplattform behaupten können, und klar wir springen auf den Zug mit auf. Der Hype wird auch wieder abklingen. Wobei hier auch die Grenzen liegen, beispielsweise hört bei Twitter der Spaß auf, eine dermaßen Übersättigung von Spam ähnlichen Meldungen, mit durch und durch völlig uninteressanten Inhalten finden wir nicht unbedingt förderlich.

 

Also würdest du eher von Twitter abraten, richtig?

 

Definitiv, Twitter ist zum Glück noch eher in Amerika verbreitet und geistert hier nur ab und an durch die Medien, aber wie gesagt, man muss ja nicht jeden Hype mitmachen!

 

Was macht ihr wenn das größte Problem bei Festivals und OpenAir-Veranstaltungen eintritt, der Regen? Gibt es genug Platz für eine Indoor-Möglichkeit?

 

Sollte der schlimmste Fall eintreten und das Wochenende wird verregnet so haben wir den Vorteil das alle Floors überdacht sind, die Wege auf dem Gelände sind sehr kurz und gepflastert so dass keine Schlammschlacht entsteht außerdem haben wir einen Toiletten wagen vor Ort um bestmögliche Hygienische Voraussetzungen zu bieten.

 

Na dann kann ja das Festival kommen!

 

Ganz genau!