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04.05.10 10:06 Alter: 127 Tage

Markus Kavka

Rubrik: Interviews

 

Markus Kavka kam am 27. Juni 1967 in Ingolstadt als älterer von zwei Brüdern auf die Welt.

Aufgewachsen ist er in Manching, einem kleinen Dorf bei Ingolstadt. Alexander, sein 3 Jahre jüngerer Bruder, ist Diplom-Landwirt beim bayerischen Landwirtschaftsministerium.

Als Kind hat Markus eigentlich von einer Karriere als Fußballprofi geträumt. Aber die Beine waren zu wenig strapazierfähig, und so beschloss Markus, auf dem zweiten Bildungsweg Medienzeugs zu machen.

Erste Erfahrungen sammelte er noch während der Schulzeit bei einem kleinen, lokalen Radiosender in Ingolstadt. Markus besuchte das Christoph-Scheiner-Gymnasium in Ingolstadt, wo er 1987 sein Abitur machte. Nach dem Abi studierte er von 1988 bis 1993 in Erlangen Kommunikationswissenschaft, Theaterwissenschaft und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt 'neue Medien' und schloss mit einem geisteswissenschaftlichen Magister ab.

Während seines Studiums moderierte er in Erlangen bei dem Lokalsender 'Radio Downtown'. Außerdem schrieb er erste Artikel für diverse Stadtzeitungen und Musikmagazine. Direkt nach dem Examen (93/94) zog Markus nach NRW, weil er für 2 Monate in Dortmund als Redakteur für 'Headbanger's Ball' arbeitete.Kurz danach ging´s zum Magazin 'Metal Hammer' nach München. Zu der Zeit gab es eine Kooperation zwischen dem 'Metal Hammer' und der Sendung 'Metalla' auf VIVA. So startete Markus' Karriere im deutschen Fernsehen. Markus hatte die Moderation der Sendung übernommen.

Neben seinem Job beim 'Metal Hammer' moderierte Markus ab Ende 1995 einige VJ-Strecken und die Sendungen 'Metalla' and 'Wah²' auf VIVA. Nach der Programmreform von Viva Zwei im Jahre 1997 wurde Markus Produzent und Moderator des täglichen Genre-Formats '2ROCK'. Außerdem war er Moderator des Formats '2NEW', das ebenfalls auf Viva Zwei lief. Während dieser Zeit lebte er in Köln. Nachdem im Juni 2000 die letzte '2ROCK'-Folge ausgestrahlt wurde, brach Markus die Zelte in Köln ab und zog wieder mal nach München, um dort für MTV zu arbeiten.

Seit Juli 2000 kann man Markus nun auf MTV sehen. Am 18. August 2000 wurde die erste Folge der 'MTV News' ausgestrahlt, die von Markus moderiert und produziert werden. Die erste Folge von 'MTV Spin' lief am 28. März 2001 zum ersten Mal über die Bildschirme. Anlässlich des 20. Jubiläums von MTV wurde eine Sondersendung mit dem Titel '20 Years On MTV' ausgestrahlt, die beim Publikum so großen Anklang fand, dass MTV beschloss, daraus eine wöchentliche Sendereihe zu machen, die ebenfalls von Markus moderiert und produziert wurde. Nachdem MTV SPIN abgesetzt wurde, übernahm Markus das Rockzone-Ruder. Außerdem ist Markus regelmäßig bei diversen Veranstaltungen wie den MTV Europe Music Awards, Rock am Ring oder den MTV Video Music Awards live vor Ort.Seit Oktober 2008 wird MTV Rockzone nicht mehr moderiert.

Seit 2000 legt Markus auch wieder regelmäßig als DJ in diversen House- und Technoclubs auf. Markus war eigentlich schon immer ein Freund von guter elektronischer Musik. Anfang der 90er legte Markus Indie-Sounds auf, Mitte der 90er Drum'n'Bass und seit Ende der 90er minimalen House und Techno.

Februar 2007 Veröffentlichung seines Buches “Elektrische Zahnbürsten” beim Berlin- Verlag (Kolumnen des Portals www.zeitzuender.de), August 2007 Veröffentlichung des Buches "Mach mir mal ne Nudelsuppe, bevor ich dich besudel, Puppe!" bei Rowohlt (mit Caroline Korneli). Im August 2008 erschien Kavkas drittes Buch „Hamma wieder was gelernt: über das Erwachsenwerden“ - eine selbstironische Analyse des Erwachsenwerdens.

Für das ZDF moderierte Kavka am 18. Januar 2009 zur Landtagswahl in Hessen die Sendung „Wahl im Web“, die im Internet sowie im ZDFinfokanal ausgestrahlt wurde. Auch zu den Landtagswahlen im Saarland, Thüringen, Sachsen und zur Bundestagswahl 2009 moderierte Kavka diese Sendung.

Kavka führt seit dem 28. Oktober 2009 für kabel eins durch die Sendung Number One!. Dort werden internationale Pop- und Rockstars unter anderem durch Interviews porträtiert.

Hallo Markus, wie geht es dir?

Ganz ausgezeichnet, danke der Nachfrage.

 

Dein MySpace-Profil in gar kein Musik-Profil. Wie kommt das?

Nun ja, ich bin ja kein Musikant, das heißt, ich produziere nicht, zumindest (noch) nicht offiziell.

 

Was steckt hinter Kavka vs. The Web?

Das ist mein Spaßprojekt. Zum einen gibt´s da seriöse Musiktipps und Interviews, zum anderen aber auch nicht ganz so seriöse Webfundstücke sowie Sketche, anhand derer wir auf blödelig-satirische Art und Weise den Wahnsinn des World Wide Web und die Überforderung des Menschen durch Technik illustrieren wollen.

 

Bist du ausschließlich über Harry Klein zu buchen?

Grundsätzlich ja.

 

Wie schaffst du deine Tätigkeiten als Moderator, Autor, Journalist und DJ unter ein Dach zu bekommen?

Das erfordert ein gewieftes Zeitmanagement – was man aber notgedrungen lernt. Im Prinzip ist es so, dass das Fernsehding Priorität hat. In der drehfreien Zeit schreibe ich dann. Die Auflegerei dient als Ausgleichssport für alles andere.

 

Kommen bei dir mehrere Bookings an einem Abend in Frage?

Nein, das ist mir zu stressig. Zudem ist es so, dass ich oft schon lange vor meinem Set im Club bin, um so ein bisschen die Atmosphäre und das Publikum zu checken. Nach dem Set bleibe ich dann noch gerne zum Feiern da.

 

Also siehst du das Auflegen mehr als Hobby und nicht als Nebentätigkeit?

Ja, ganz klar. Ausgehen würde ich am Wochenende eh, und wenn ich mir dann noch selbst meine Lieblingsplatten in angemessener Lautstärke vorspielen kann und dazu auch noch sehe, wie die Leute dazu feiern, dann ist das eher ein Geschenk als eine Tätigkeit.

 

Gibt es für dich überhaupt noch Freizeit bei all deinen Beschäftigungen?

Ja, durchaus, aber die will natürlich sorgfältig geplant werden. Ich versuche mir die Abende unter der Woche weitestgehend frei zu halten, zudem lege ich ja im Schnitt nur an jedem zweiten Wochenende auf. Und ein- bis zweimal im Jahr schaffe ich es sogar, in Urlaub zu fahren.

 

Können wir gespannt sein auf eine eigene Produktion von dir?

Wie in der ersten Antwort bereits angedeutet, gibt es da schon was. Ich habe allerdings unter einem Pseudonym veröffentlicht, um die Aufmerksamkeit nicht von der Musik abzulenken. Die Platte erschien im Sommer 2009, demnächst kommt Release Nummer zwei, beim dritten sage ich dann vielleicht, wer hinter dem Pseudonym steckt.

 

Und wie lief die Platte?

Die 1000er Auflage wurde komplett verkauft, ich bin also sehr zufrieden.

Was sagst du zu Twitter und co?

Ich habe Accounts bei Twitter, Facebook und MySpace – die ich allerdings ausschließlich jobtechnisch nutze, Privates von mir wird man dort nicht finden.

 

Worin siehst du den Vor- bzw. Nachteil dieser Plattformen?

Für mich persönlich besteht der Vorteil eindeutig darin, dass ich mit einem Mal ca. 60.000 Leute erreichen kann, um ihnen mitzuteilen, was ich jobmäßig gerade so mache. Grundsätzlich sind die Social Networks bei Menschen unter 40 mittlerweile längst der Nummer-Eins-Kommunikationsweg, und wenn man diesen verantwortungsvoll nutzt – gerade im Hinblick auf Datenschutz – ist dagegen nichts einzuwenden.

 

Du bist für den Adolf-Grimme-Preis 2010 nominiert. Was steckt dahinter?

Das hat mich selbst ein bisschen überrascht. Man hat mich nominiert für meine Arbeit als Musikjournalist, u.a. beim Format ´Number One!´ bei Kabeleins.

 

Worum geht bei der Show „Number One“?

Zunächst mal ist das eine klassische, seriöse Musikdoku mit Interview. Zum einen wollen wir damit selbst Fans noch neue Fakten zu ihren Lieblingen bieten, zum anderen wollen wir erreichen, dass selbst Leute, die nicht explizit auf die jeweiligen Bands stehen, sich gut unterhalten fühlen. Das scheint gelungen zu sein, denn ab Spätsommer wird es eine zweite Staffel geben.

 

War das deine eigene Idee oder wie bist du dazu gekommen?

Erstmal war das die Idee des Senders, allerdings war diese sehr an meine Person geknüpft, die haben also auch niemand anderen angefragt. Insofern saß ich da von Anfang an auch inhaltlich mit im Boot.

 

Du hast auch Tracks von Alec Troniq gespielt, einem Lokal-Hero aus Sachsen. Woran wählst du deine Playlist?

Ganz einfach: Wenn ein Track mich berührt, spiele ich ihn. Egal, von welchem Label/Künstler er ist und egal, worunter das im Plattenladen jetzt genau einsortiert ist.

 

Bist auch bei Beatport und iTunes unterwegs oder ehr in Plattenläden?

Beides. Wobei ich seit etwa zwei Jahren digital auflege und mich deswegen vermehrt bei Beatport rum treibe.

 

Also bist du nicht für „Save the Vinyl“?

War ich lange, bin ich irgendwie auch immer noch, auch wenn es Realität mehr und mehr darauf hinaus läuft, dass es Vinyl wohl nicht mehr ewig geben wird.

 

Was steht bei dir als Nächstes an?

Ich habe gerade meinen ersten Roman fertig geschrieben, der wird im März 2011 erscheinen. Vorher wird Fernsehen gemacht. In erster Linie bei Kabeleins, wo es neben ´Number One!´ mindestens noch ein weiteres Musikformat mit mir geben wird.

Bist du noch für MTV tätig?

Grundsätzlich ja, aber momentan nicht mit einer eigenen Sendung. Mal sehen, ob sich da dieses Jahr noch was ergibt.

 

Am 05.06.2010 spielst du beim Chateau Click Clack OpenAir. Was versprichst du dir von diesem Gig? Hast du schon mal in einer Burg gespielt?

Nee, ich hab noch nie auf ´ner Burg gespielt, dementsprechend gespannt bin ich. Zumal ich generell sehr gerne in ausgefallenen Locations spiele, vor allem Open Airs.

 

Next Gigs:

18.6. München, Harry Klein

19.6. Rosenheim, 100quadrat

16.7. melt!-festival

25.7. dresden, showboxx click clack open air

6.8.   sonne mond sterne